Strandbad

Das Strandbad in Baden bei Wien

In meiner Jugend, so ab 13-14 Jahren, war das Strandbad in Baden mein zweites Zuhause. Sofort nach der Schule, (manchmal auch statt der Schule :), oder in den Ferien ab dem späten Vormittag war ich mit meinen Freunden im Strandbad. Traumhaft war es Fussball im Sand zu spielen (heute verboten). Lustig war ein „Hascher“ (Haschen = Fangen), von einem Schwimmbecke ins anderen zu springen (heute verboten). Oder im „Wandl“ herumzuspritzen (heute verboten).

Das „Wandl“ war so ein rundes Becken, hats zwei gegeben davon, da ist in dicken Strahlen das warme Schwefelwasser heraus geschossen. Diese Wandln gibts in abgewandelter Form heute noch, aber das Wasser ist zwar auch noch warm, aber Schwefelwasser ist nicht mehr viel dabei. Angeblich weil die Marienquelle die für die Lieferung des Schwefelwassers zuständig wäre, schon ein bissl schwach ist auf der Brust. Vielleicht auch, weil man sich mit der Anlieferung des heilsamen Schwefelwassers auf die Bereiche beschränkt, wo es unter ärztlicher Kontrolle den Kurgästen verabreciht wird.

Das Schwefelwasser ist ja einer der Naturschätze Badens und wird schon seit der Römerzeit als Heilmittel gegen alle möglichen Leiden gebraucht. Nachdem es Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts immer mehr in Mode gekommen ist, nicht nur im stillen Kämmerlein zu baden, sondern auch im Freien in Schwimmbecken. Und nachdem die Urlauber vom Urlaub am Meer zurückkommend den Strand vermissten, trug man diesen Trends Rechnung und baute 1926 ein Schwimmbad mit Meeresstrand. Damals hatte das Strandbad das größte Schwimmbecken (100m) und den größten Sandstrand Europas.

In den Achzigern wurde dann zur grossen Generalmodernisierung geschritten und vor allem die Schwimmbecken und deren Wasserversorgung in die heutige Form gebracht. Es gibt jetzt also hinten an der Schwechat zwei Schwimmerbecken, jeweils mit 50 Metern, und vorne drei Becken. Ganz rechts, wenn man das Bild rechts anschaut, ein Becken, wo dann die Rutscher von den beiden Rutschen reinplatschen. In der Mittte das Familienbecken mit den Nachfahren der Wandln meiner Jugend mitten drin und noch so paar Schnickschnacks, wie Sprudeln. Und dann links die beiden ganz seichten Kinderbecken.

Am Bild oben der leicht gebogene Gebäudekomplex hat in der Mitte den Eingang mit der Kassenhalle und über die ganze Breite beherbergt er die Kabinen und Kästchen, wo man sein Zeug verwahren kann. Das Gebäude ist übrigens auch recht imposant, ca 160 m lang und in Jugendstil-ähnlicher Fassade. Das Gebäude am rechten Rand, die ehemalige Villa Bylandt-Rheydt, beherbergt ein Restaurant mit grosser Terrasse. Auf der anderen Seite (am linken Bildrand) ist die gesunde Abteilung mit einer Milchbar. Dort kann man auch Liegestühle mieten, oder sein Baby stillen und wickeln.

Liegeplätze gibts jede Menge, zum einem natürlich im Sand, oder auf den Rasenflächen, links hinter dem Sprungturm, oder rechts und dann weiter noch im Weilburgpark auf der anderen Seite der Schwechat, den man über einen Steg erreicht. Übrigens – wenn Sie am Vormittag kommen, dann weichen Sie den Massen aus, welche bei schönen Wetter am Nachmittag im Strandbad einfallen. Siehe Fotos, aufgenommen vormittags.

Alles in allem eine tolle Sache, das Strandbad in Baden und sicher einen Besuch wert.