Schwefelwasser

Schwefelbäder in Baden

Der Name Baden deutet schon darauf hin, dass hier das Wasser, insbesondere das warme Schwefelwasser, welches hier mit bis zu 36 Grad aus der Erde kommt, eine besondere Bedeutung hat. Schon die Römer wussten um die heilende Wirkung des heißen Schwefelwassers und gründeten hier eine Siedlung, die ursprünglich “Aquae” genannt wurde, was soviel “Wässer” heißt und wohl darauf hindeutet, dass da an mehreren Stellen, aus insgesamt vierzehn Quellen, heißes Wasser aus der Erde sprudelte.

Schwefelbäder in Baden bei WienDurch die Jahrhunderte war stets das heilende Wasser in Baden von grosser Bedeutung und machte die Stadt schliesslich zum bedeutendsten Kurort Österreichs und zur zeitweiligen Sommerresidenz des österreichischen Kaisers. Natürlich kamen mit dem Kaiser auch seine ganze Gefolgschaft und Baden gewann dadurch auch international an Bedeutung.

Die Römer sind Geschichte und auch der Kaiser hat uns inzwischen verlassen, geblieben ist uns das gelbe Gold, wie das Schwefelwasser auch genannt wird. Da uns auch der Rheumatismus geblieben ist, machen viele leidgeplagte Kurgäste im wesentlichen das selbe, was die Römer schon vor zweitausend Jahren machten: sie sitzen im heißen Schwefelwasser und hoffen auf Besserung.

Früher wurden die Quellen des heißen Schwefelwassers an Ort und Stelle eingefasst und angewendet. Da gab es das Engelsbad, das Frauenbad, das Johannesbad und einige weitere. Das Schwefelwasser wurde in die Schwechat, den Fluss der durch Baden fliesst, abgeleitet und wurde daher schon von den Römern “die Stinkende” (lat.=Schwechat) genannt. Denn Schwefelwasser, das muss auch gesagt werden, hat neben allen guten Seiten auch diese des üblen Geruches, den es verbreitet.

Das Strandbad in Baden bei Wien aus der LuftNach dem Krieg wurden die vierzehn Quellen zusammengefasst und stehen nun im Wesentlichen im Kuzentrum zur Verfügung. Neben den mannigfaltigen Anwendungen des Schwefelwassers, werden natürlich auch sämtliche anderen modernen Behandlungen, welche heute in der Physiotherapie üblich sind angeboten.

Neben den medizinischen Applikationen des Schwefelwassers sind zwei Institutionen zu erwähnen. Das eine ist das Strandbad mit seiner eindrucksvollen Jugendstilfassade, hinter der sich eines der schönsten Freibäder mit dem größten Meeressandstrand Österreichs verbirgt. Das andere ist die Römertherme, welches an die Stelle der “Schwimmschule” eines Mineralschwimmbades aus der Biedermeierzeit, getreten ist. Durch das bewegliche Glasdach steht die Römertherme das ganze Jahr zur Verfügung.

Man kann also sagen, dass Baden seinem Namen voll gerecht wird.